Grobe Fahrlässigkeit: Zahlt meine Versicherung?

Privathaftpflicht von Melina

Du lässt eine Kerze unbeaufsichtigt brennen, das Fenster offenstehen während Du auf der Arbeit bist oder den Autoschlüssel beim Einkäufe ausladen stecken: Wann wird aus einer Unachtsamkeit grobe Fahrlässigkeit? In diesem Artikel erfährst Du, was Fahrlässigkeit von grober Fahrlässigkeit unterscheidet, welche Beispiele es für beides gibt und welche Rolle Privathaftpflicht, Hausrat, Wohngebäude und Kfz-Versicherung spielen.

Fahrläsigkeit & ein Versicherungsfall in the Making: Ein Bügeleisen steht angeschaltet auf einem Bügelbrett und ist kurz davor, ein blaues Hemd zu verbrennen.


Du verlässt morgens in Eile das Haus und bemerkst erst im Büro, dass Du ein Fenster auf Kipp gelassen hast; während Deiner Arbeit wird bei Dir eingebrochen. Oder Du lässt beim Entladen des Autos kurz den Schlüssel stecken und das Fahrzeug wird geklaut, als Du gerade mit den Einkäufen im Haus bist: Dumm gelaufen, gerade weil man es besser hätte wissen können.

Wenn dadurch nun ein Schaden entsteht, stellt sich eine wichtige Frage: War das nur ein Missgeschick oder bereits grobe Fahrlässigkeit? Und noch wichtiger: Zahlt die Versicherung trotzdem?

Grobe Fahrlässigkeit bedeutet in Versicherungen heute glücklicherweise nicht automatisch, dass Du auf den Kosten sitzen bleibst; einige Tarife bieten Schutz auch bei grob fahrlässigem Verhalten. Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherungsarten und Anbietern.

1. Im Überblick: Das Wichtigste zur groben Fahrlässigkeit und Versicherungen

Wer sich nicht ausreichend sorgfältig verhält, handelt fahrlässig. Bei grober Fahrlässigkeit ist die Pflichtverletzung besonders schwerwiegend, d.h. Du hättest es eigentlich besser wissen müssen und warst besonders unvorsichtig, rücksichtslos oder leichtsinnig.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Grobe Fahrlässigkeit führt nicht automatisch zum Verlust des Versicherungsschutzes.
  • Viele moderne Versicherungen enthalten eine Klausel, dass sie Deinen Schaden nicht ablehnen, nur weil Du grob fahrlässig warst.
  • Privathaftpflicht , Hausrat- , Wohngebäude- und Kfz-Versicherungen behandeln grobe Fahrlässigkeit unterschiedlich.
  • Je nach Versicherung und Schadenfall kann es aber zu einer Leistungskürzung kommen und manche Versicherungen lehnen Schäden durch grob fahrlässiges Verhalten in bestimmten Fällen ab.
  • Die Versicherungsbedingungen sind essenziell dafür, welche Leistungen konkret gelten.
  • Vorsätzlich verursachte Schäden sind grundsätzlich nicht versichert.
  • Im Schadenfall muss geprüft werden, wie schwer das Fehlverhalten tatsächlich war.
  • Es kommt immer auf den Einzelfall an; manchmal entscheiden auch Gerichte.
  • Ein Blick in die eigenen Versicherungsbedingungen und ein Versicherungsvergleich lohnen sich!

2. Was bedeutet grobe Fahrlässigkeit?

Die Frage „Was bedeutet grobe Fahrlässigkeit?“ stellen sich viele erst dann, wenn bereits ein Schaden entstanden ist und ihnen ebenjene grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen wird.

Fangen wir mal so an – das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) definiert den Begriff Fahrlässigkeit im § 276 Absatz 2 für den Straßenverkehr so:

„Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.“ 

Das hat sich auch in anderen Lebensbereichen durchgesetzt und wird auch von Versicherern gerne als Definition benutzt. Also: Agierst Du leichtsinnig oder sogar rücksichtslos, verletzt Du die Sorgfaltspflicht. Und das ist fahrlässig.

Grobe Fahrlässigkeit ist die verschärfte Variante hiervon. Von grober Fahrlässigkeit spricht man, wenn jemand die erforderliche Sorgfalt in besonders hohem Maße missachtet. Einfacher gesagt, eine vernünftige Person hätte erkannt, dass das Verhalten sehr riskant ist.

Wer offensichtliche Gefahren ignoriert und dabei bewusst das außer Acht lässt, was nach „gesundem Menschenverstand“ selbstverständlich gewesen wäre, handelt grob fahrlässig.

Dabei kommt es aber immer auf den konkreten Einzelfall an. Nicht jede Unachtsamkeit ist automatisch grobe Fahrlässigkeit!

3. Was ist der Unterschied zwischen „fahrlässig“ und „grob fahrlässig“?

Der Unterschied zwischen „fahrlässig“ und „grob fahrlässig“ ist v.a. da Ausmaß der Nachlässigkeit.

  • Bei einfacher Fahrlässigkeit passiert ein Missgeschick eher aus Unachtsamkeit oder einem Versehen.

    Beispiele:

    • Dinnertime! Du machst gerade Öl in einer Pfanne heiß, als es an der Tür klingelt. Du gehst schnell die Tür öffnen (Betonung auf schnell) und währenddessen fängt das Öl Feuer und ein Brand bricht aus.
    • Beim Ausparken Deines Autos übersiehst Du den Wagen einer Nachbarin und fährst eine ordentliche Delle rein.
    • Du bist gerade am Bügeln und hörst im Raum nebenan Dein Handy klingeln, also gehst Du es schnell holen. Währenddessen kippt das Bügeleisen um und entzündet das Hemd samt Bügelbrett.
    • Du trägst einen frisch bepflanzten, schweren Blumentopf auf dem Balkon. Als Du ihn auf der Brüstung abstellen willst, rutscht er Dir aus den Händen und knallt auf das Auto des Nachbarn.
    • Du lässt eine brennende Kerze im Zimmer unbeaufsichtigt, weil Du in der Küche kurz (!) eine Tasse Tee aufgießt. Die Kerze entzündet die Gardine und es entsteht ein Brand.
    • Du machst die Waschmaschine an und verlässt danach das Haus. Während Deiner Abwesenheit löst sich ein Schlauch und es entsteht ein Wasserschaden .

    In diesen Beispielen sind die Risiken nicht völlig unvorhersehbar; z.B. ist klar, dass sich Schläuche von der Waschmaschine lösen können. Gleichzeitig kann aber niemand erwarten, dass Du den gesamten Waschprozess mit Adleraugen beobachtest und Dein Verschulden am Unglück ist dadurch kleiner als bei grober Fahrlässigkeit, wo die Gefahr offensichtlicher wäre.

    Solange Du z.B. weißt, dass Deine Waschmaschine soweit einwandfrei ist und keine schon bekannte Macke hat, bist Du also eher leicht fahrlässig, wenn was passiert. Ähnlich verhält es sich mit dem Kerzen-Beispiel: Offenes Feuer ist logischerweise eine Gefahr, es für wenige Momente außer Acht zu lassen wird aber anders bewertet als eine längere Abwesenheit (siehe nächstes Beispiel).

  • Bei grober Fahrlässigkeit wird eine offensichtliche Gefahr außer Acht gelassen. Hier hätte der gesunde Menschenverstand Alarm schlagen und melden müssen, dass das keine gute Idee sein kann!

    Um noch mal ein Beispiel von oben zu bedienen und es zu grober Fahrlässigkeit zu machen:

    • Du lässt eine brennende Kerze im Zimmer längere Zeit (!) unbeaufsichtigt, weil Du im Supermarkt Tee kaufen gehst. Sie entzündet die Gardine und es entsteht ein Brand.

    Hier wird Dein Fehlverhalten in der Regel als schwerer eingeschätzt, denn die Vernunft verbietet es, eine Kerze längere Zeit einfach unbeaufsichtigt brennen zu lassen und aus einem „Kann ja mal passieren“ wird ein „Sowas darf nicht passieren“.

Mehr Beispiele findest Du auch in Punkt 4 .

3.1 Grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz: Was ist der Unterschied?

Zwischen grober Fahrlässigkeit und Vorsatz gibt es einen wichtigen Unterschied.

  • Grobe Fahrlässigkeit: Der Schaden wird nicht gewollt, aber das Risiko wird erheblich unterschätzt.
  • Vorsatz: Der Schaden wird bewusst herbeigeführt oder zumindest billigend in Kauf genommen.

Während Versicherungen bei grober Fahrlässigkeit je nach Tarif zahlen können, sind vorsätzlich verursachte Schäden immer ausgeschlossen!

4. Beispiele für grobe Fahrlässigkeit im Alltag

Schadenfälle, in denen Dir grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen wird, werden immer im Einzelfall betrachtet. Trotzdem gibt’s hier noch ein paar typische Fälle zur Anschaulichkeit, die oft als grob fahrlässig eingestuft werden und bei denen Versicherer den Schaden eher ablehnen würden:

  • Du machst Dich auf den Weg zu einer Verabredung und anstatt zu Hause abzuschließen, ziehst Du nur die Wohnungstür zu und Einbrecher haben so leichtes Spiel, die Wohnung auszuräubern.
  • Du steigst nach dem Wochenendeinkauf aus dem Auto aus, um einige Minuten lang die Lebensmittel in die Speisekammer einzuräumen. Der Autoschlüssel steckt sichtbar im Fahrzeug und ein Gelegenheitsdieb klaut Deinen Wagen.
  • Du stellst Dein Fahrrad ungesichert in der Stadt am Straßenrand ab und es wird über Nacht gestohlen.
  • Du sitzt am Steuer, bist mal wieder spät dran und willst Deiner Verabredung eine kurze „Sorry, bin gleich da“-Nachricht auf dem Handy schreiben. Dabei übersiehst Du ein abbiegendes Auto und baust einen Unfall.

Ein Beispiel, was ebenfalls als grob fahrlässig gelten kann, aber dennoch von vielen Wohngebäudeversicherungen übernommen wird:

  • Der Winter bricht herein, Du kümmerst Dich nicht ausreichend um Frostschutz und die Wasserleitung an der Außenseite Deines Hauses, mit der Du in den warmen Monaten den Garten bewässerst, gefriert und platzt auf, sodass sie ersetzt werden muss.
  • Du verlässt das Haus, um „nur mal eben kurz“ was vom Supermarkt zu holen, obwohl der Herd noch eingeschaltet ist, und es entsteht ein Feuer.

Ob tatsächlich grob fahrlässiges Verhalten vorliegt und wie das von der Versicherung bewertet wird, hängt aber immer vom Einzelfall ab! Versicherer setzen Gutachter ein, betrachten die Umstände des jeweiligen Schadenereignisses und ab und an kommt es auch zu Gerichtsprozessen darum, was unter „grobe Fahrlässigkeit“ fällt und wann Versicherer zahlen müssen.

5. Übernimmt meine Versicherung die Kosten bei grober Fahrlässigkeit?

Die allgemeine Antwort lautet: Teilweise schon, aber noch lange nicht immer!

Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, wenn durch grobe Fahrlässigkeit ein Schaden entstanden ist, hängt u.a. von folgenden Faktoren ab:

  • Sparte & Tarif (welche Versicherung soll zahlen, wie sehen die Versicherungsbedingungen konkret aus?)
  • Konkreter Schadenfall (was ist genau passiert, welche Art von Schaden ist es?)
  • Schwere des Fehlverhaltens (wie leichtsinnig/rücksichtslos/unvorsichtig war’s?)
  • Bestehende Verzichtsklauseln (was wird in den Bedingungen ausgeschlossen, wofür gibt es Sublimits/Obergrenzen?)

Mehr zu den verschiedenen Sparten findest Du im nächsten Punkt .

In modernen Tarifen ist der Schutz bei grober Fahrlässigkeit deutlich umfangreicher als noch vor einigen Jahren. Trotzdem solltest Du Dich nicht darauf verlassen, in den Versicherungsbedingungen können Einschränkungen oder Leistungskürzungen vorgesehen sein!

Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Prüfung Deiner Absicherung. Achte dabei insbesondere auf Formulierungen zur groben Fahrlässigkeit, mögliche Leistungskürzungen und vorhandene Verzichtsklauseln.

6. Was gilt bei (grober) Fahrlässigkeit bei welcher Versicherung?

Ob bei grober Fahrlässigkeit Deine Versicherung einspringt, hängt stark von der jeweiligen Sparte ab. Grundsätzlich kann man sagen, dass grobe Fahrlässigkeit nicht immer dazu führt, dass ein Schadenfall automatisch abgelehnt wird!

Viele Versicherer senken ihre Leistungen aber anteilig, wenn Du grob fahrlässig warst; andere beziehen grobe Fahrlässigkeit bei machen Schadenarten ausdrücklich mit ein. Und in anderen Bereichen wiederum ist grobe Fahrlässigkeit generell nicht versichert, etwa ein gestohlenes Fahrrad/E-Bike , das nicht angeschlossen war.

Deshalb lohnt sich wie so oft ein Blick in Deine Versicherungsbedingungen.

6.1 Grobe Fahrlässigkeit in der Privathaftpflichtversicherung

Grundsätzlich schützt die Privathaftpflicht vor Schäden, die Du anderen Personen zufügst. Dazu gehören Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob der Schaden durch eine kleine Unachtsamkeit oder ein schwerwiegenderes Versehen entstanden ist.

Mehr zum Thema Schadenarten bei der Privathaftpflicht findest Du hier: Die Privathaftpflicht­versicherung: Abdeckung, Inanspruch­nahme, Tipps

Anders als in manchen Sachversicherungen ist grobe Fahrlässigkeit hier häufig kein automatischer Ausschlussgrund. Die Versicherung prüft zunächst mal, ob überhaupt eine gesetzliche Haftung besteht, denn manchmal tut sie das gar nicht und Du kannst überhaupt nicht haftbar gemacht werden.

Ein typischer Fall:

  • Du hängst den Schlüssel Deiner Mietwohnung (samt unverschlüsselter Adresse am Schlüsselanhänger) im Gym an einen Kleiderhaken, sodass ihn ein Dieb leicht mitnehmen und ein Einbruch begehen kann.

Wichtig ist auch in der Privathaftpflicht, dass Du nicht vorsätzlich handelst.

  • Viele Eltern kennen den drohenden Satz auf gelben Baustellenschildern: „Eltern haften für ihre Kinder!“ Tatsächlich ist die Rechtslage aber etwas komplizierter.

    Kinder haften nicht automatisch für jeden verursachten Schaden! Entscheidend sind unter anderem Alter, Einsichtsfähigkeit und die konkrete Situation. Kinder unter sieben z.B. sind für Schäden überhaupt nicht verantwortlich, weil sie die Folgen ihrer Handlungen noch gar nicht einschätzen können; im Straßenverkehr gilt das bis 10 Jahre.

    Für Eltern, Großeltern oder andere „Aufpasser“ spielt nun aber die Aufsichtspflicht eine wichtige Rolle. Kommen sie dieser nicht ausreichend nach, können sie für eine Verletzung der Aufsichtspflicht haften, sagt § 832 des BGB. Das ist aber etwas anderes, als direkt für die Schäden des Kindes zu haften.

    Häufig ist es dann eine Aufgabe eines Gerichtes, zu entscheiden, ob die Aufsichtspflicht verletzt wurde oder nicht. Außerdem wird mit steigendem Alter des Kindes eine weniger Aufsicht erwartet, weil es eben Situationen immer besser selbst einschätzen kann.

    Manche Privathaftpflichtversicherungen leisten teilweise sogar bei Schäden durch deliktunfähige Kinder! Ein Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt sich deshalb besonders.

Info: Bei Adam Riese bist Du auch versichert bei ehrenamtlichen Tätigkeiten oder sogenannten Gefälligkeitshandlungen, z.B. wenn Du Freunden beim Umzug hilfst und dabei ein teures Familienerbstück zu Bruch geht.

6.2 Grobe Fahrlässigkeit in der KFZ-Versicherung

Bei der KFZ-Versicherung und grober Fahrlässigkeit kommt es darauf an, ob die Kaskoversicherung betroffen ist. Allerdings unterscheidet sie meistens nicht mehr zwischen Fahrlässigkeit und grober Fahrlässigkeit, sodass sie oft in beiden Fällen leistet. Praktisch!

Typische Beispiele für (grob) farhlässiges Verhalten sind:

  • Du übersiehst ein Stoppschild.
  • Du fährst über Rot.
  • Du telefonierst am Steuer.

Viele moderne Kaskotarife verzichten heute auf Leistungskürzungen bei grober Fahrlässigkeit. Allerdings gibt es häufig Ausnahmen wie Drogeneinfluss (inkl. Alkohol) oder auch Vorsatz. Auch wenn Du Dein Auto unabgeschlossen stehenlässt und dadurch ein Schaden entsteht, lehnen KFZ-Versicherungen Leistungen in der Regel ab.

6.3 Grobe Fahrlässigkeit in der Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung schützt Dein Zuhause u.a. bei Brand-, Sturm- oder Leitungswasserschäden.

Grobe-Fahrlässigkeit-Beispiele in der Wohngebäudeversicherung sind wie schon erwähnt z.B.:

  • Der laufende Herd oder eine Kerze bleiben länger unbeaufsichtigt.
  • Wasserleitungen werden im Winter nicht ausreichend geschützt.

Ältere Tarife konnten bei grober Fahrlässigkeit Leistungen kürzen, wenn dadurch an der Immobilie Schäden entstehen. Moderne Tarife sehen heute oft einen weitgehenden Verzicht auf solche Kürzungen vor!

Es können aber anteilige Kürzungen der Leistungen in besonders schweren Fällen oder Höchstgrenzen (sogenannte Sublimits) geben, die dann in Deinen Versicherungsbedingungen notiert sind.

6.4 Grobe Fahrlässigkeit in der Hausratversicherung

Die Hausratversicherung schützt Dein Inventar vor verschiedensten Risiken wie Feuer, Einbruch, Sturm oder auch Leitungswasser.

Viele Versicherungen greifen heute auch bei (grober) Fahrlässigkeit, wo man Dich früher noch in die Verantwortung genommen und den Schaden abgelehnt hätte. Auch bei Adam Riese verzichten wir auf die sogenannte „Einrede der groben Fahrlässigkeit“, selbst wenn z.B. zu Weihnachten die (echten!) Kerzen am (echten!) Christbaum einen Brand verursachen .

Andere Beispiele für grob fahrlässiges Verhalten:

  • Du möchtest einen Extraschlüssel in der Nähe Deines Hauses aufbewahren und versteckst deshalb einen Schlüssel unter der Fußmatte, der entdeckt und benutzt wird, um Deine Wertsachen und den Fernseher zu stehlen.
  • Kerzen oder elektrische Geräte bleiben unbeaufsichtigt entzündet bzw. eingeschaltet (siehe Punkt 6.3 )

Viele neuere Hausratversicherungen schließen grobe Fahrlässigkeit heute ausdrücklich mit ein oder verzichten auf Kürzungen bis zu bestimmten Grenzen. Aber auch hier kommt’s auf den Einzelfall an und Vorsatz ist wie immer nicht versichert.

7. Fazit

Wie Versicherungen grobe Fahrlässigkeit handhaben, ist ein Thema, das viele verunsichert. Verständlich, denn die Folgen eines Schadens können teuer werden.

Die gute Nachricht: Grobe Fahrlässigkeit bedeutet heute nicht automatisch, dass eine Versicherung die Leistung grundsätzlich verweigert. Vor allem moderne Tarife in der Hausrat-, Wohngebäude- oder KFZ-Kaskoversicherung bieten häufig einen erweiterten Schutz.

Entscheidend ist aber immer der Einzelfall und auch unsere genannten Beispiele und Hinweise sind nicht der Wahrheit letzter Schluss. Vor allem kommt’s auf die Versicherungsbedingungen und die konkrete Ausgestaltung des Vertrags an. Schau also ruhig mal rein und suche nach Begriffen wie „Fahrlässigkeit“, um einen Eindruck zu bekommen, wofür Deine Police im Falle eines Falles aufkommen würde. So weißt Du im Ernstfall besser, worauf Du Dich verlassen kannst!

Adam Riese Tipp

Wenn Du jemand anderem durch Fahrlässigkeit einen Schaden zufügst, bist Du mit der Adam Riese Privathaftpflicht der sicheren Seite!


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Veröffentlicht am von
Melina

Melina war ursprünglich Werkstudentin und ist direkt nach ihrem Abschluss ins Adam Riese Team eingestiegen. Heute kümmert sie sich unter anderem um die Social-Media-Auftritte, Inhalte für die Rechtsschutzversicherung sowie die Adam Riese Karriereseite.


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