Schaden melden: Wie geht man dabei richtig vor?

Über Adam Riese von Pia

Ob ein gesprungenes Handydisplay, ein Schaden am Haus oder an der Wohnung oder eine Verletzung durch einen Fahrradunfall: Solche und viele weitere Schäden können schnell entstehen. Im Schadenfall ist eine zügige Bearbeitung besonders wichtig. Dafür werden bestimmte Informationen und vollständige Unterlagen benötigt. Welche Unterlagen wir benötigen und wie im Schadenfall Schritt für Schritt vorzugehen ist, zeigen wir hier anhand einer kurzen Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Eine Person hält ein Smartphone mit zersplittertem Display in der Hand.


1. So geht man im Schadenfall vor

1.1 Schritt eins: Dokumentation des Schadens

Bevor ein Schaden gemeldet wird, sollte dieser möglichst genau dokumentiert werden. Für eine schnelle Bearbeitung sind folgende Angaben wichtig:

Beschreibung des Schaden­hergangs:

Damit wir ein genaueres Bild davon haben, was passiert ist, den Schaden­hergang besser nachvollziehen und dementsprechend die Abdeckung prüfen können, sollte die Beschreibung des Schaden­hergangs folgende Punkte abdecken:

  • Was ist passiert und wie ist es passiert?
  • Wann ist es passiert? (Datum und Uhrzeit)
  • Wo ist es passiert? (Ort)
  • Welcher Schaden ist dabei wo bzw. bei wem entstanden?
  • Wer ist beteiligt? (z.B. Zeuginnen und Zeugen)
  • Wer ist der Geschädigte? Wer ist Verursacher? Wer ist Versicherungsnehmer?

Beispiele für besonders gute und weniger gelungene Schadenhergangs-Beschreibungen finden sich unter Punkt 2.6.

Schadenfotos machen:

Für die Dokumentation sind Fotos des Schadens essenziell. Die Fotos sollten dabei sowohl die beschädigte Sache im Detail als auch die Umstände, unter denen der Schaden entstanden ist, möglichst nachvollziehbar aufzeigen.

Ist beispielsweise das Handy eines Freundes in der Küche heruntergefallen, benötigen wir einerseits Bilder des kaputten Handys und andererseits auch von der Küche, sodass wir die Umstände bestmöglich nachvollziehen können. Die Fotos sollten dabei weder verwackelt noch verschwommen sein. Beispiele für besonders gute und weniger gelungene Schadenfotos finden sich unter Punkt 2.7 .

Bei elektronischen Geräten ist zusätzlich ein Foto des Typschildes, welches Marke, Modell bzw. Seriennummer enthält, sinnvoll (z.B. bei einem TV, Kühlschrank etc.).

Bei Personen­schäden benötigen wir auch Fotos von den Verletzungen der betroffenen Person.

Was ist bei der Schaden­dokumentation zusätzlich zu beachten?

Wichtig: Nicht vorschnell handeln, nachdem sich ein Schaden zugetragen hat!

Beschädigte Sachen sollten weder direkt repariert noch entsorgt werden. Es ist wichtig, bei Bedarf zusätzliche Bilder bereitzustellen, damit der Schadenfall transparent bearbeitet werden kann.

1.2 Schritt zwei: Adam Riese kontaktieren

Bitte den Schaden innerhalb von einer Woche an uns melden. Das funktioniert ganz einfach über unser „Schaden melden“-Formular im Online-Kundenportal sowie via E-Mail an schaden@adam-riese.de unter Angabe der Partner- oder Vertragsnummer.

Innerhalb des „Schadenmelden“-Formulars lässt sich die jeweilige Versicherung auswählen, für die der Schaden gemeldet werden soll. Schritt für Schritt führt die Abfrage durch verschiedene Frageseiten, die in Textform beantwortet werden können. Fotos des Schadens sowie weitere Unterlagen lassen sich direkt hochladen. Welche Unterlagen dafür erforderlich sind, zeigt der nächste Schritt.

1.3 Schritt drei: Erforderliche Unterlagen einreichen

Welche Unterlagen und Informationen darüber hinaus zur Dokumentation des Schadens eingereicht werden sollten, unterscheidet sich je nach Versicherung. 

Hier ein kurzer Überblick, welche Unterlagen wir je Versicherung benötigen:

Privathaftpflicht­versicherung:

  • Anschaffungs­beleg mit Neupreis und Kaufdatum der beschädigten Sache
  • Kosten­voranschlag (bei reparablen Dingen)
  • Angaben zur geschädigten Person (Kontaktdaten und Bankverbindung)

Rechtsschutz­versicherung:

  • Bescheid einer Behörde
  • Kündigung
  • Forderungs­schreiben

Hausrat­versicherung:

  • Vollständige und detaillierte Schaden­aufstellung
    • Gegenstand, Marke und Produktname (z.B. Handy, Apple, iPhone 12 Pro 256 GB schwarz)
    • Art der Beschädigung (z.B. leichter Wasserschaden)
    • Kaufpreis und Datum (z.B. 800 €, 22.06.2021)
  • Anschaffungs­beleg mit Neupreis und Kaufdatum der beschädigten Sache
  • Kosten­voranschlag (bei reparablen Dingen)

Hundehalter­haftpflichtversicherung

  • Anschaffungsbeleg mit Neupreis und Kaufdatum der beschädigten Sache
  • Angaben zur geschädigten Person (Kontaktdaten und Bankverbindung)
  • Kostenvoranschlag (bei reparablen Dingen)
  • Bei Personenschäden: Kopie vom Arztbericht

Unfall­versicherung

  • Angaben zur verletzten Person (versicherten Person)
  • Schadenort (In- oder Ausland)
  • Unfallhergang: Was genau ist passiert?
  • (vorläufige Diagnose:) Welche Verletzungen?
  • Behandlung: Stationär oder ambulant?

Wohngebäude­versicherung

  • Kosten­voranschlag
  • Wurde bereits die Polizei informiert oder eine Notreparatur durchgeführt?

▷▷ Info: Im Kundenportal können keine Bilder und andere Dateien hochgeladen werden, die größer als 50 MB sind. Falls die Dateien zu groß sind, bitte Folgendes versuchen:

  • Die wohl schnellste Lösung: Fotos etc. komprimiert als ZIP-Datei senden. Sowohl Windows als auch Mac haben dafür vorinstallierte Programme, für Smartphones gibt es entsprechende Apps in den Stores.
  • Die Gesamtanzahl an Dateien reduzieren. Gibt es z.B. Fotos, die nicht wirklich nötig sind und die man weglassen kann?
  • Für Fotos und Co.: Bildmaße verkleinern. Das klappt gut mit Bildbearbeitungsprogrammen auf dem PC/Smartphone (sogar mit Paint) oder mit Online-Tools wie IloveIMG.com . 4.000 x 3.000 Pixel sind für die meisten Anwendungsfälle beispielweise viel zu groß; die Hälfte oder sogar ein Viertel davon ist ausreichend.
  • Dateien komprimieren. Das verringert die Dateigröße ebenfalls, ohne etwa die Bildmaße selbst zu ändern. Je nach Dateityp helfen hier Apps oder kostenlose Webseiten wie IlovePDF.com weiter.

Vor dem Upload immer darauf achten, dass Rechnungen, Schadenfotos etc. auch im kleineren Format deutlich lesbar bzw. ausreichend scharf sind.

2. Tipps/Hilfestellung

Wie lassen sich Probleme im Schadenfall bestmöglich vermeiden?

2.1 Schadenminderungs­pflicht/Notreparatur

Damit sich der Schaden nicht vergrößert, ist es wichtig, schnell eine Schadenerweiterung zu verhindern. Das zählt unter anderem auch zu den Pflichten als Versicherungsnehmer. Die Pflicht zur Schadenminderung greift sofort. Das bedeutet: Selbst bei einem Verdacht (z.B. nasse Wand) sind unverzüglich Erstmaßnahmen zu leisten.

Diese Beispiele geben ein Gefühl dafür, was damit gemeint ist:

Sturm

Aufgrund von Sturm wird ein Teil vom Dach abgedeckt. Dadurch regnet es für eine gewisse Zeit ins Haus. Das kann man tun:

  • Eimer aufstellen, um das Regenwasser aufzufangen
  • Das Wasser mit Handtüchern aufwischen
  • Notdienst kontaktieren, welcher die Beschädigungen provisorisch behebt und den Schaden schriftlich dokumentiert
  • Den Schaden zusätzlich ausführlich mit Bildern/Videos dokumentieren

Leitungswasser

Durch einen Armaturenbruch läuft über einen Zeitraum von mehreren Stunden Wasser aus. Dadurch steht der Wohn-/Essbereich ca. 1 cm unter Wasser. Das kann man tun:

  • Wasserleitungen abstellen, um weiteres Austreten von Wasser zu verhindern
  • Stehendes Wasser mit Handtüchern oder ähnlichen Mitteln aufwischen
  • Einen Notdienst kontaktieren, der die Leckage behebt und den Schaden schriftlich dokumentiert. Unter Umständen unterstützt der Notdienst auch bei der Beseitigung des Wassers (z. B. bei vollgelaufenem Keller); dies sollte vorab telefonisch geklärt werden
  • Den Schaden zusätzlich ausführlich mit Fotos oder Videos dokumentieren

Welcher Notdienst ist rund um die Uhr und bundesweit erreichbar?

2.2 Auf die richtigen Dokumente achten:

Beispielsweise ist eine Auftrags­bestätigung keine Rechnung. Dies wird jedoch häufig verwechselt. Eine Rechnung erkennt man an den folgenden Merkmalen:

  • Korrekte Angabe des Rechnungs­empfängers inkl. Adresse
  • Umsatzsteuerident-Nummer (Ust-ID)
  • Rechnungs- bzw. Belegnummer
  • Rechnungs- bzw. Belegdatum
  • Erbrachte Leistungen werden einzeln und detailliert mit Einzelpreisen aufgeführt
  • Die Mehrwertsteuer ist korrekt ausgewiesen
Ein Beispiel für eine vollständig lesbare Rechnung, auf der alle Punkte von 1 bis 6 erkennbar sind

2.3 Was tun bei falsch ausgestellten Rechnungen?

Fehlt einer der notwendigen Rechnungsbestandteile, kann man die Rechnung beim Rechnungssteller ändern oder ergänzen lassen.

2.4 Was ist ein Anschaffungsbeleg und wofür wird dieser benötigt?

Ein Anschaffungsbeleg bzw. Kaufbeleg ist die ursprüngliche Rechnung, die beim Kauf einer Sache ausgestellt wurde.Dieser dient als Eigentums­nachweis und zur Ermittlung des Zeitwertes/Neuwertes der beschädigten Sache. Dadurch können wir dann die Wirtschaftlichkeit der Reparatur prüfen.

2.5 Warum ist ein Kostenvoranschlag wichtig?

Mit einem Kostenvoranschlag können wir vorab prüfen, ob die Reparatur hinsichtlich Preis und Umfang gerechtfertigt ist und von uns abgedeckt werden kann. Deshalb ist es wichtig, bereits vor der Reparatur einen Kostenvoranschlag einzureichen, der von uns zunächst geprüft wird. Erst nach erfolgter Freigabe unsererseits sollte die Reparatur beauftragt und anschließend die Reparatur-Rechnung eingereicht werden. Diese wird dann von uns beglichen.

Ein Kostenvoranschlag sollte unter anderem die folgenden Punkte beinhalten:

  • Wie viele Arbeitsstunden werden benötigt?
  • Welches Material wird eingesetzt?
  • Wie hoch ist die Mehrwertsteuer?

2.6 Schaden richtig melden – so funktioniert es

Beispiel für eine gelungene Schadenmeldung:

„Beim Besuch bei einer Bekannten am 22.02.23 um ca. 15 Uhr in Stuttgart hat mein Hund den Hund meiner Bekannten angegriffen. Beim Versuch die Hunde auseinander zu bekommen, biss mein Hund die Bekannte am Daumen in der Nähe des Nagels. Die Wunde der Bekannten hat sich entzündet. Die Bekannte war bereits am 22.02.23 um 17.25 Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses in Stuttgart. Sie bekam Antibiotika und einen Verband. Sie wurde bis zum 04.03.23 krankgeschrieben.“

Hier wurden alle relevanten Fragen beantwortet:

  • Wo ist der Unfall passiert?
  • Wie kam es dazu?
  • Was ist der Schaden?

Alle wichtigen Informationen sind gegeben, sodass wir den Schaden sofort bearbeiten können.

Beispiel für eine weniger gute Schadenmeldung:

„Hergang des Schadens: mit einem Stahl. Geschädigte Person oder Gegenstand: Rückscheibe seines Autos“

Es fehlen relevante Informationen über:

  • Wer ist involviert?
  • Was ist genau passiert?
  • Wo ist es passiert und wann?
  • Wie ist der Stahl an das Auto gekommen?
  • Warum wurde mit Stahl hantiert?

Hier ist es sehr schwer für uns, den Schaden richtig nachzuvollziehen. Weder der Umstand noch der Unfallhergang wird klar. Genauso wenig haben wir genug Infos zum Geschädigten. In diesem Fall müssen wir im Nachgang Fragen stellen, was wiederum Zeit in Anspruch nimmt.

Deshalb: Je mehr detaillierte Informationen wir zu den Umständen und dem Schadenhergang erhalten, umso schneller können wir den Schaden bearbeiten. Vollständige und korrekte Angaben unterstützen dabei, den Schadenfall zügig zu prüfen.

2.7 Wie macht man Schadenfotos?

Beispiele für weniger gute Schadenfotos:

In diesem Fall wurde eine Zeltplane beschädigt und dieses Schadenfoto geschickt.

Ein Foto, auf dem man eine Art Plane und eine Metallstange sehen kann. Die Plane hat ein Loch. Durch den ungünstigen Bildausschnitt ist allerdings nicht zu erkennen, worum es sich genau handelt bzw. wie das Zelt im Ganzen aussieht.

Es fehlen jedoch folgende Informationen, die nicht aus dem Bild abgeleitet werden können:

  • In welcher Situation wurde das Zelt beschädigt? Was ist passiert?
  • Wo stand es zum Schadenzeitpunkt?
  • Wie groß ist das Zelt? (Gesamtaufnahme)
  • Um was für ein Zelt handelt es sich?
  • Wo befindet sich der Riss genau?

Im nächsten Fall geht es um einen Schaden an einem E-Roller.

Nahaufnahme eines E-Scooters, bei dem man nur einen Teil der Standfläche mit Ständer und ein halbes Vorderrad erkennen kann

Jedoch fallen folgende Dinge auf:

  • Das Foto ist nicht aussagekräftig und verschwommen
  • Es ist weder eine Detailaufnahmen noch eine Gesamt­aufnahme, sodass man eigentlich nichts erkennen kann
  • Wo ist der Schaden?
  • Wie ist die Umgebung?
  • Wo steht der Roller?
  • Wie sieht der Roller aus?

Beispiele für gelungene Schadenfotos:

Der Versicherungsnehmer hat sich aus Versehen auf die Brille seines Nachbarn gesetzt:

Foto einer Brille. Das Bild ist scharf und die Bruchstelle am Bügel ist genau zu erkennen.
  • Es ist klar zu erkennen, wo der Schaden entstanden ist
  • Es ist zu erkennen, um welches Objekt es sich handelt
  • Zusätzlich hat der Versicherungsnehmer ein Komplettbild der Brille geschickt

2.8 Aktuellen Bearbeitungs­stand im Blick behalten

Im Kundenportal lässt sich der aktuelle Bearbeitungsstand des Schadens einsehen. Wir empfehlen unseren Kunden, regelmäßig den aktuellen Bearbeitungsstand im Blick zu behalten, um auf unsere Nachrichten und Rückfragen reagieren zu können und ggf. fehlende Unterlagen einzureichen oder benötigte Informationen weiterzuleiten. Wir informieren zudem per E-Mail über den detaillierten Bearbeitungsstand.

3. Fazit

Die Schadenmeldung über Adam Riese funktioniert einfach.

Wichtig ist eine möglichst gute Dokumentation des Schadens sowie die Einreichung aller relevanten Unterlagen, damit wir uns schnell um den Schaden kümmern können. Welche Dokumente im Einzelnen erforderlich sind, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung.

So tickt die Adam Riese Versicherung zum Thema:

Für eine bestmögliche Absicherung im Schadenfall bietet Adam Riese den passenden Schutz – ob Hausrat-, Privathaftpflicht-, Rechtsschutz-, Wohngebäude-, Unfall- oder Hundehalterversicherung.


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Pia

Pia ist Texterin im Ratgeber-Team und kümmert sich auch um Webseiteninhalte, Versicherungsdokumente und Nachhaltigkeitsthemen.


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