Drohnen-Kasko vs. Drohnenhaftpflicht: Welcher Kunde braucht welche Versicherung?

Privathaftpflicht von Pia

Rund 400.000 Drohnen fliegen durch Deutschland – die meisten davon werden privat genutzt. Die kleinen Fluggeräte sind beliebt, auch bei Deinen Kunden? Wir sagen Dir, was Du über Risiken und Gefahren wissen musst. Welche Drohnenversicherung wichtig ist. Und wie Deine Kunden mit ihren Drohnen rechtlich sicher und sorglos fliegen können.

Frau steuert Drohne auf einer groĂźen Wiese vor Wald


Welche Gefahren lauern beim Drohnenflug?

FĂĽr Drohnen-Piloten drohen Gefahren aus zwei Richtungen: Auf der einen Seite kann die Drohne abstĂĽrzen und in alle Einzelteile zerschellen. In diesem Fall hilft eine Drohnen-Kaskoversicherung bei den Kosten fĂĽr eine Reparatur oder einen Neukauf.

Auf der anderen Seite kann die Drohne auch versehentlich in das geschlossene Fenster des Nachbarhauses fliegen, sodass das Fensterglas zerspringt. Dann greift die Drohnen-Haftpflicht fĂĽr die finanzielle Wiedergutmachung.

Schutz ist also wichtig – aber das heißt nicht, dass man mit dem Kauf einer Drohne direkt ein Rundum-Versicherungspaket abschließen muss.

Erste Orientierung: Welche Versicherung ist gesetzliche Pflicht?

Ganz gleich, ob eine Drohne 200 Gramm oder 2 Kilo wiegt: Das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 43 Abs. 2 schreibt eine Haftpflichtversicherung für alle Flugmodelle – also auch Drohnen – vor. Warum? Weil sie Gegenstände oder sogar Personen schädigen können.

Ein Beispiel aus der Praxis: Der Akku ist leer und die Drohne stürzt ab, direkt auf einen Radfahrer, der vom Rad fällt, sich verletzt und mehrere Tage nicht arbeiten kann. Der Drohnenpilot muss dann für den Schaden bzw. die Kosten geradestehen. Diese reichen von Reparaturrechnungen bis hin zu ausgefallenem Gehalt. Das wird schnell teuer. Diese Pflichtversicherung ist also ein Muss für alle Besitzer von Drohnen.

Übrigens: Moderne Privathaftpflichtversicherungen schließen auch Drohnen von Hobbypiloten mit ein. Hier lohnt es sich also die bestehenden Verträge zu checken – eventuell ist die Drohne ja schon abgedeckt. 

Doch wie sieht es bei der Drohnen-Kaskoversicherung aus? Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei einer Vollkasko fürs Auto – dieser Schutz ist komplett freiwillig. Schließlich ist es dem Gesetzgeber egal, ob einem Quadro- oder Multikopter beim Sturz ein Propeller abbricht.

Nur: die Reparaturkosten oder bei einem Totalschaden den Komplettersatz zahlen Drohnenbesitzer ohne Versicherung aus eigener Tasche. Die Entscheidung für oder gegen diese Wahlversicherung hängt daher oft mit dem Kaufpreis zusammen: Oft lohnt sich der Schutz bei einer hochwertigen Drohne.

Darauf ist beim Abschluss einer Drohnenversicherung zu achten

Es gibt unzählige Versicherungen für Drohnen. Wir geben einen Überblick, was beim Abschluss einer Drohnenversicherung wichtig ist:

Drohnen-Haftpflicht

  • Wie hoch ist die Deckungssumme?
    Werden bei dem Haftpflicht-Schaden nicht nur Sachen beschädigt sondern sogar Personen verletzt, können die Kosten leicht in die Millionen gehen.
  • Wer ist alles versichert?
    Eine integrierte Halterhaftpflicht ist wichtig, wenn die Drohne auch mal von Freunden gesteuert werden sollten.
  • Ist die sogenannte Gefährdungs­haftung eingeschlossen?
    Nach § 33 LuftVG haften Besitzer für Schäden, die durch ihre Drohne verursacht wurden – auch dann, wenn sie selbst keine Schuld trifft. Ergreift etwa ein Windstoß die Drohne und diese kracht daraufhin auf ein Auto, kann der Besitzer nichts dafür, muss aber dennoch die kaputte Scheibe bezahlen. Ist die Gefährdungshaftung eingeschlossen, zahlt die Versicherung.
  • Fliegst Du privat oder gewerblich?
    Ist die Drohne über die Privathaftpflicht oder eine private Drohnenhaftpflicht abgedeckt? Dann gilt der Schutz nur für private Drohnenflüge! Für gewerbliche Foto- und Videoaufnahmen per Drohne ist eine gewerbliche Haftpflichtversicherung nötig.
  • Wie hoch darf das Abflug-/Startgewicht sein?
    Die meisten Versicherungen beschränken den Haftpflicht-Schutz auf Quadro- und Multikopter mit einem bestimmten Maximalgewicht. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Angaben mit dem Gewicht der Drohne des Kunden übereinstimmen.

Drohnen-Kasko

  • Ersetzt die Police Schäden zum Neuwert oder zum Zeitwert? Bei einem Totalschaden ist eine neue Drohne unter Umständen nur bei Ersatz des Neuwerts finanzierbar.
  • Ist das Zubehör, wie z.B. eine Kamera, abgesichert?
    Erstreckt sich der Versicherungsschutz auch auf die Kamera, die Fernsteuerung, den Akku und alle anderen Bestandteile der Drohne? Bei einem Sturz kann schlieĂźlich auch nur die Kameralinse springen.
  • Sind auch AbstĂĽrze ins Wasser versichert? Manche Drohnen-Kaskoversicherungen schlieĂźen AbstĂĽrze ins Wasser aus. Aber auch ein Wasserschaden kann teuer sein.
  • Zahlt die Versicherung auch bei einem Bedienfehler?
    Schau Dir die Bedingungen genau an: Manche Policen greifen nicht, wenn der Pilot einen Bedienfehler begeht oder einfach ungeschickt mit der Fernsteuerung umgeht.
  • Ist der Drohnen-Flug gewerblich oder privat?
    Wie auch bei der Haftpflicht gilt: Es gibt gewerbliche und private Drohnen-Kaskoversicherungen. Achte darauf, welche Variante Dein Kunde benötigt.

Übrigens: Bei einem Haftpflichtschaden den Unfallort heimlich zu verlassen, ist keine Lösung. Ab einem Abfluggewicht von 250 Gramm gilt eine Kennzeichnungspflicht: Name und Anschrift müssen gut lesbar an der Drohne angebracht sein. So lässt sich der Halter eindeutig identifizieren.

Zusammengefasst bedeutet das: Wenn eine Drohne ĂĽber eine private oder auch eine separate Haftpflichtversicherung abgesichert ist, kann man sorglos fliegen. Eine Drohnen-Kasko ist sinnvoll, aber kein Muss.

So tickt die Adam Riese Privathaftpflicht zum Thema:

Die Adam Riese Privathaftpflicht schützt bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden – mit der Tariflinie Riesig Plus für noch mehr Leistungen.


Profilbild von Pia
Veröffentlicht am von
Pia

Pia ist Texterin im Ratgeber-Team und kĂĽmmert sich auch um Webseiteninhalte, Versicherungsdokumente und Nachhaltigkeitsthemen.


Mehr zum Thema Privathaftpflicht